Vakuumheld


Nahrungsmittelverluste nach der Ernte sind insbesondere in Entwicklungsländern ein großes Problem. Ein Mittel, um Verlusten durch Rattenfraß, Insektenbefall und Schimmel vorzubeugen, ist das Vakuumieren von Nahrungsmitteln (Getreide, Reis u.ä.) in PET-Flaschen. Kleinbauern in Afrika, Asien und Südamerika sollen ihre Vorräte selbst vakuumieren können.

Aktuelles

Februar 2020: Die vier Filme sind fast fertig, nachdem noch ein geografischer Fehler entfernt werden musste.

Seit Herbst 2019 entstehen Filme über das Prinzip des Vakuumhelden in den Sprachen Englisch, Französisch, Spanisch und Deutsch. Wir danken allen, die bei der Übersetzung und beim Einsprechen der Texte helfen:

  • Catherine Schröder
  • Tina Autenrieth

  • Beatriz Lorente Cánovas
  • Luka Franssen

  • Diana Hassannia

Am 11. September 2019 stellten wir das Projekt dem Inner Wheel Club Münster-Prinzipal vor, wodurch wertvolle Kontakte für die Übersetzungen entstanden sind.

Im Mai 2019 erfolgten Versuche mit einem 5l-Plastikkanister, in dem in Uganda Trinkwasser genutzt wird. Der Kanister ist für die Vakuumiermethode ungeeignet, da er am „Flaschenhals“ nicht rund, sondern viereckig ist. Ob der Kanister vielleicht mithilfe eines Silikonrings nutzbar gemacht werden kann, müssen spätere Versuche zeigen.

Nigeria zählt zu den Ländern mit hohen Nachernteverlusten, besonders bei Reis und bei Mais. (siehe: http://www.fao.org/food-loss-reduction/news/detail/en/c/278140/)

Durch einen langjährigen Kontakt mit katholischen Geistlichen, die in Ahaus über viele Jahre im Gemeindedienst tätig waren, konnte im Juni 2019 bei einem Besuch des Bischofs Godfrey Onah aus der Diözese Nsukka das Vakuumierprojekt vorgestellt werden. Dabei wurde das Vakuumierverfahren an einem Beispiel erklärt. 

Unsere Methode soll im ländlichen Raum in einer Gruppe landwirtschaftlich erfahrener Mitglieder eines katholischen Männervereins weiterverbreitet werden. Da diese Männer im Ruhestand sind, können sie sich ohne Zeitdruck der Einführung und Verbreitung der Methode widmen. Pfarrer Thaddeus Eze, der lange in Ahaus als Geistlicher tätig war, wird ein von der Firma Lava hergestelltes Vakuumiergerät (siehe: https://www.startnext.com/vakuumheld) von den Vakuumhelden erhalten und für den Transport nach Nigeria fertig machen. Mit diesem Gerät lassen sich schnell und einfach auch größere Mengen an Nahrungsmitteln vakuumieren.

Bei dem Treffen mit den Geistlichen aus Nigeria sind auch Gespräche für eine Verbreitung der Vakuumiermethode in Kamerun und Ghana thematisiert worden. Im Juni gab es einen Workshop, bei dem die Vakuumiermethode an Interessierte aus diesen Ländern vorgeführt wurde. Das in Deutschland erworbene Wissen soll dann von Verwandten, beispielsweise in Kamerun, vor Ort umgesetzt werden.

An der Josefschule, einer Ahauser Grundschule, wurde am 28.06.2019 im Rahmen einer Unterrichtsreihe zum Thema „Nachhaltigkeit“  der Wert von Grundnahrungsmitteln und das Problem des weltweiten Plastikmülls thematisiert. In diesem Zusammenhang wurde auch das Vakuumierprojekt vorgestellt. Bei einer Lehrerkonferenz im Mai waren sich alle Lehrenden einig, dass man die Schülerinnen und Schüler mit diesem Projekt auch für den Schutz der Umwelt (Stichwort „Fridays for future“ ) sehr gut sensibilisieren kann.


Im April 2019 erfolgten Gespräche mit Father Raymond in Indien. Hier zeigte sich, dass die Methode in der Gegend um Heyderabad wenig sinnvoll ist, wohl aber in feuchteren Landstrichen Indiens. Möglichkeiten für Indien werden vor Ort mit Father Raymond ausgelotet.

Im März 2019 trafen sich die Vakuumhelden mit Heike Rath (Lichtstrahl Uganda e.V.), Kathie und Felix aus Uganda, um die Vakuumiermethode vorzustellen. Unsere Methode ist in der Heimat von Kathie und Felix nicht umsetzbar, weil die Bevölkerung dort so arm ist, dass sie keinen Zugang zu Plastikflaschen hat.

Im Februar 2019 ist unsere Vakuumiermethode in Benin bekannt gemacht worden. Von dort erwarten wir Ergebnisse, insbesondere, ob auch getrocknete Möhren (vorher kleingehackt) mit unserer Methode haltbar gemacht werden können.

Mit einfachen Mitteln viel bewegen!

In vielen Ländern gibt es bis zu 35%  Nachernteverluste, weil
• Getreide unsachgemäß gelagert wird und verschimmelt
• es von Insekten oder Nagetieren gefressen wird

Der Hunger in den ärmsten Ländern der Welt soll reduziert werden. Kleinbauern können ihre Vorräte mit einem äußerst einfachen und kostengünstigen Verfahren wirkungsvoll vor Ratten, Insekten und Verschimmeln schützen. Sie benötigen dazu lediglich eine herkömmliche Kunststoffspritze (Kaufpreis 1 bis 3 $) oder eine umgebaute Fahrradpumpe sowie PET-Flaschen, um die Nahrungsmittel zu vakuumieren und haltbar zu machen.
Versuche haben ergeben, dass sich der Unterdruck in PET-Flaschen über 2 Jahre hält.

Über das gravierende Problem der Nachernteverluste in südlich der Sahara gelegenen afrikanischen Ländern gibt die hier verlinkte englischsprachige Seite Auskunft: www.aphlis.net


Über uns

Wir sind drei Familien aus dem Münsterland, die sich mit zwei großen Problemen in Entwicklungsländern beschäftigt haben: Hunger und Plastikmüll. 

Grund dafür ist die Entdeckung, wie man mit dem Einsatz einfacher Hilfsmittel Nahrungsmittel haltbar machen kann: 
Indem man PET-Flaschen als Behälter nutzt und das Getreide oder andere kleinteilige Nahrungsmittel (beispielsweise Reis oder Linsen) darin vakuumiert. Das funktioniert mit einfachsten Mitteln, zu denen viele Menschen Zugang haben. Unser Vorbild sind die 1-Dollar-Brillen und ähnliche Projekte, die mit kleinstmöglichem Aufwand viel erreichen.


Der Vakuumiervorgang

Wie man mit einfachen Mitteln Getreide in PET-Flaschen vakuumiert, zeigen wir hier im Film


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Das Prinzip:

Vakuumierung einer PET-Flasche mit Deckel 

1. Die Luft wird aus der Saugglocke nach oben gesaugt


2. Der Deckel wird angehoben und die Luft strömt aus der Flasche


3. Sobald die Spritze die oberste Position erreicht hat, strömt Luft in die Saugglocke und es herrscht in ihr Umgebungsdruck


4. Der Deckel wird auf die Flasche gedrückt und durch den Unterdruck in der Flasche angesaugt, sodass die Öffnung verschlossen wird


5. Wenn dann der Deckel festgeschraubt wird, bleibt der Unterdruck in der Flasche über Jahre hinweg bestehen

Presse

Über das Crowdfunding bei Startnext zur Finanzierung unserer Initiative Vakuumheld wurde in verschiedenen Medien berichtet.
Wir haben uns riesig darüber gefreut, mit wie viel Engagement uns viele Menschen unterstützt haben. 
Unser besonderer Dank gilt Wally Thielker und den Kindern der Klasse 4d der Ludgerusschule Hiltrup!
Foto Hintergrund: WN/Markus Lütkemeyer


Presseberichte in Münster

Erfinderteam will zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen

https://www.wn.de/Muenster/Stadtteile/Hiltrup/3522421-Mit-Muell-gegen-den-Hunger-Erfinderteam-will-zwei-Fliegen-mit-einer-Klappe-schlagen
Artikel in den Westfälischen Nachrichten vom 22.10.2018. Text: WN/Markus Lütkemeyer
Foto: Ulrike Meywald


Fragebogen MÜNSTER!

Auf der letzten Seite im Magazin MÜNSTER! Ausgabe Dezember 2018 wurde Ulrike Meywald zum Projekt interviewt.
www.muenster-magazin.com


Herzblut fürs Hilfsprojekt

https://www.wn.de/Muenster/Stadtteile/Hiltrup/3580490-Grundschueler-engagieren-sich-fuer-Hilfsprojekt-aus-Hiltrup-Herzblut-fuers-Hilfsprojekt

Artikel in den Westfälischen Nachrichten vom 11.12.2018 Text + Foto: WN/Markus Lütkemeyer